Wohin wollen wir?

(Von Fritz Hinterberger) Damit in Zukunft alle Menschen auf der Erde gut leben können, ist es erforderlich, sich auf individueller, nationaler und globaler Ebene Ziele zu setzen, die qualitativ und quantitativ beschreiben, welche Zukunft wir wollen. Das gilt auch für Unternehmen.

Die globalen Nachhaltigkeitsziele der UNO (sustainable development goals, SDGs) haben dafür einen Rahmen geschaffen, den alle Staaten der Erde unterzeichnet haben, und der bereits von vielen Unternehmen, Organisationen und Kommunen angewendet wird. Die Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz von 2015 haben das Ziel der Klima Neutralität bis 2050 (als Voraussetzung für das sogenannte 1,5° Ziel) für alle Vertragsstaaten formuliert. In Österreich soll das sogar schon bis 2040 erreicht werden.

Dabei geht es nicht nur darum, wieviel Energie wir selber verbrauchen, sondern auch, wie das, was wir kaufen, produziert wurde. Etwa unter welchen Arbeitsbedingungen, woher die Rohstoffe kommen und wieviele Ressourcen dabei insgesamt verbraucht wurden. 

Das von Kate Raworth formulierte Bild einer Doughnut-Ökonomie beschreibt eine Gesellschaft und Wirtschaft, die innerhalb der von der Natur gesetzten planetaren Grenzen aber auch innerhalb sozialer Grenzen ein gutes Leben für alle ermöglicht. Über die SDGs hinaus sind auch weitere (vor allem qualitative) Ziele zu überlegen, die sich auch auf das Innere Wohlbefinden der Menschen beziehen sollten.

Nun geht es darum, dafür ein umfassendes Messkonzept zu entwickeln, das richtungssicher und gut verständlich beschreibt, ob und inwieweit eine Person, ein Unternehmen, oder ein Land zur Erreichung der globalen Ziele beiträgt.

Das individuelle Wohlbefinden aller kann dabei der Leit-Stern einer solchen Entwicklung sein. Die SDGs und ihre 169 Unterziele (Targets) bilden dann den Rahmen, wenn es darum geht, zu erkennen ob die Entwicklung auch in einzelnen Bereichen, die zum Wohlbefinden beitragen, in die richtige Richtung geht und innerhalb eines gesetzten Zeitraums (zB Klimaneutralität oder Abschaffung der Armut  bis 2040) erreicht werden kann. 

Ernst zunehmende Nachhaltigkeit muss sich daran messen lassen, ob derartige, nachprüfbare Ziele gesetzt werden, die einen wesentlichen Beitrag zu den globalen Zielen versprechen. Darauf schauen zunehmend auch Banken, Investoren und nicht zuletzt auch potentielle Mitarbeiter*innen.

3 Gedanken zu „Wohin wollen wir?

  • 30. Juli 2021 um 19:16
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    Zunächst wäre es notwendig, dass Mensch erkennt, dass Wohlstand nicht nur materiell definiert ist.
    Wäre immerhin ein Fortschritt in Richtung Humanismus, wenn diese Erkenntnis zum notwendigen ökosozialen Wandel der Gesellschaft führte. Literaturempfehlung dazu – Vivian Dittmar „ECHTER WOHLSTAND – Warum sich die Investition in inneren Reichtum lohnt“ – Ein Plädoyer für neue Wert
    kailash

    Antwort
    • 31. Juli 2021 um 08:45
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      Danke, Ilse!
      Vivian Dittmar kommt übrigens am 8.9. nach Wien zum Club of Rome!

      Antwort

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